Zum Kinostart von “Heidi”: Verlosung und Interview mit Katharina Schüttler

Am 10. Dezember startet “Heidi” in den deutschen Kinos

Ein jeder von uns ist im Laufe seines Lebens schon einmal mit dem kleinen Schweizer Mädchen in Berührung gekommen. Sei es als 7oer-80er-Zeichentrick-Serie aus der Schmiede von Hayao Miyazaki (wer kann schließlich nicht “Deine Welt sind die Berge” von Gitti & Erika nachjodeln?), der Verfilmung mit Shirley Temple oder – ganz klassisch – den Romanen von Johanna Spyri selbst. Jeder von uns hat sein eigenes “Heidi”-Bild im Kopf, inklusive Geißenpeter, Klara, der strengen Fräulein Rottenmeier und natürlich dem brummig-einsiedlerischen und doch herzensguten Almöhi.

 

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Studiocanal

 

Nun kommt eine Neuverfilmung von “Heidi” in die deutschen Kinos. Und diese ist, soviel sei verraten, äußerst gelungen. Regisseur Alain Gsponer, der schon die wunderbare Realfilmadaption von “Das Kleine Gespenst” inszenierte, hat für einen feinen Familienfilm gesorgt. Als Schweizer fühlt Gsponer ein tiefergehendes Verhältnis zum Stoff:

Dieser Stoff ist etwas so Wertvolles und offenbart viel über die Schweiz. Zum einen erzählt er viel über Menschen und Enge. Er erzählt von Heidi, die eingesperrt wurde bei ihrer Tante Dete, die todunglücklich ist, nachdem ihre Eltern gestorben sind. (…) Und auf der anderen Seite gibt es Klara, die eingesperrt wird in ihrer Villa, die zwar riesig ist, aber trotzdem eine Enge ausstrahlt. (…) Ich finde es bedauerlich, wenn man den Stoff herunterbricht auf das Schlagwort “Heidi und die heile Welt”, was häufig passiert.

 

Die Darsteller in “Heidi”: Newcomer, Schauspiel-Ikonen und ein äußerst gestrenges Fräulein Rottenmeier

Die Verfilmung nimmt also die, eigentlich recht unsentimentale Geschichte des Waisenkinds, zerrissen zwischen den Schweizer Bergen und Frankfurt, ziemlich ernst. Die Berglandschaft wird grandios, aber auch als unwegsam dargestellt, das Leben in der Stadt gestaltet sich, wie für das ausgehende 19. Jahrhundert typisch, als mühsam, aber auch hochherrschaftlich und von einer Vielzahl von Regeln gegliedert.

Die Schauspieler sind ziemlich weit weg von Alpenkitsch. Anuk Steffen, die Heidi spielt, gibt ihr Filmdebüt. Das Schweizer Mädchen beherrscht den Bündner Dialekt, was ein Auswahlkriterium bei der Besetzung war. Anuk spielt ganz natürlich und ist in dieser Ursprünglichkeit doch ein absoluter Hingucker. Auch die derzeit größte deutsche Schauspielerinnen-Hoffnung Jella Haase (die prollige Chantal aus “Fack Ju Göhte”!) ist mit von der Partie. Der Almöhi wird von der Schweizer Ikone Bruno Ganz verkörpert: Mit wenig Text, aber umso ausdrucksstarkerem Spiel gibt Bruno Ganz einen sehr berührenden Großvater ab.

 

Studiocanal
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Fräulein Rottenmeier hat in der Neuverfilmung von “Heidi” so gar nichts von der streng-tölpelhaft-lustigen Art, die sie in der Zeichentrickserie innehatte. Mit hartem Zug um den Mund und aufrechter Körperhaltung spielt Katharina Schüttler die Hausdame so eindrucksvoll, dass meine Tochter und ich im Kinosessel ein wenig fröstelten. Im Interview mit Kinderyoga Berlin beschreibt Katharina Schüttler, die zum Ensemble der Berliner Schaubühne gehört (ebenfalls Arbeitgeber meines Mannes), wie sie sich auf ihre Rolle vorbereitet hat.

 

Studiocanal
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  • Katharina, du spielst in der neuen Adaption von „Heidi“ das Fräulein Rottenmeier. Das Buch ist, nicht zuletzt durch die bisherigen Filme und Zeichentrick-/Anime-Serien ein Bestseller, die Geschichte des kleinen, einsamen Mädchens und ihrer Liebe zu den Bergen weltbekannt. Was bedeutet dir „Heidi“ persönlich?

Ich habe die Zeichentrick-Serie als Kind mit Begeisterung verfolgt und die Geschichte von Heidi hat bis heute noch eine ähnliche Faszination auf mich, wie zu meiner Kindheit.

  • Deine beeindruckende Version des Fräulein Rottenmeier scheint sich weniger an der lustig-tölpelhaften Hausdame aus der Zeichentrick-Serie zu orientieren. Sie ist sehr nahe am Original, zeigt die damals vorherrschende schwarze Pädagogik des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Im Grunde wie auf jede andere Rolle auch. Als erstes habe ich versucht mich frei zu machen, von meiner Vorstellung von Fräulein Rottenmeier. So lange ich sie in meiner Fantasie verband mit dem “bösen” Fräulein Rottenmeier aus der Zeichentrick-Serie, könnte ich sie nur schwer spielen. Ich habe mich also auf die Suche begeben nach ihrem innersten Kern, ihren Ängsten und ihren Träumen, um zu verstehen, weshalb sie sich so verhält. Denn kein Mensch handelt aus bösem Willen. Wir meinen ja, immer das richtige zu tun. So verhält es sich auch mit Fräulein Rottenmeier.

  • Die damals neunjährige Anuk Steffen aus Graubünden gibt als Titelfigur im Film ihr Debüt. Wir finden das Mädchen in „Heidi“ ganz zauberhaft! Wie waren die Dreharbeiten mit ihr?

Dreharbeiten mit Kindern sind immer etwas besonderes. Zum einen gibt es strikte Kinderzeiten, die von vornherein eine große Herausforderung für alle Beteiligten bedeuten, da einfach sehr wenig Zeit zum Drehen ist. Zum anderen passieren natürlich auch immer wieder ungeplante Dinge, was eine hohe Konzentration von allen erfordert, aber auch einen großen Spaß bedeuten kann. Anuk ist wirklich die perfekte Besetzung für Heidi gewesen. Sie ist sehr stark und lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Überhaupt, scheint ihr alles in erster Linie Spaß zu machen. Da konnte ich noch so streng sein. Meist hat sich mich im nach unseren Szenen veräppelt und selber noch “strenger und böse” gespielt.

  • Du bist ja selbst Mutter einer Tochter. Warum ist deiner Meinung nach „Heidi“ auch heute noch ein Stoff, den sich Kinder anschauen wollen?

Das Besondere an “Heidi” ist, dass es ein wunderschöner Film nicht nur für Kinder ist, sondern auch für Erwachsene. Die Geschichte ist unglaublich berührend, inspirierend, und lässt Große wie Kleine Menschen unglaublich positiv aus dem Kino gehen. Sie ist lebensbejahend und einfach zeitlos. Johanna Spyri hat wirklich eine universelle Geschichte erschaffen, die über Kulturen und Generationen hinweg Herzen öffnet. Das ist schon sehr besonders und absolut sehenswert.

Danke, Katharina Schüttler!

 

“Heidi” ist ein grandioses und doch realistisches Filmabenteuer, eine Zeitreise. Und eine mit Nachhall: Vielleicht werden wir unseren Kindern nach dem Verlassen des Kinos so manche Frage zu beantworten haben.

 

“Heidi” – Die Verlosung!

Die Verlosung ist beendet, die Gewinner sind benachrichtigt!

 

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Hier der Trailer. Und eine eigene Facebook-Seite hat das kleine Mädchen auch!

 

 

 

2 thoughts on “Zum Kinostart von “Heidi”: Verlosung und Interview mit Katharina Schüttler

  1. Eine der Serien meiner Kindheit…hab ich immer gerne gesehen. Fand die Fräulein Rottenmeier immer so fies. 😉

  2. Heidi kannte ich vor allem als 70’er Jahre Zeichentrickfilm. Sehr klar umrissene Charaktere und die Gouvernante hat sich auch prima als Protagonistin für eigene Spiele geeignet; sie war so eindeutig streng und überzeichnet, hat aber auch Haltung vermittelt. In den 70’s war es an der Zeit, diese strenge Erziehung aufzubrechen, heute braucht es das nicht mehr und wir sehen das Lebensbejahende Spontane einer Heidi kollektiv als richtig und bewahrenswert an.

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