Moving the Eifel – 6. Internationale Tanzwoche Nettersheim

Ein kleines verschlafenes Eifelnest. Fachwerkhäuser, Stallduft in der Luft, das idyllische Plätschern der Urft – und ein laut wummernder Bass, den eine frühlingshafte Brise herüber weht. Doch der Bass entstammt nicht etwa einem tiefergelegtem und getuntem Auto mit pubertierendem Kerl hinterm Steuer und mindestens zwei Buchstaben als Kennzeichen. (Keine Arroganz, ich darf das: Ich bin jahrelang selbst mit dem legendären BM für “Kreis Bergheim” umhergefahren und habe meine halbe Kindheit im väterlichen Autohaus verbracht :-))

Der Sound entspringt vielmehr dem Naturzentrum: Hier studieren rund 15 kleine Tänzerinnen und Tänzer Hip-Hop-Moves ein. Die Leitung hat Pasha Darouiche – und für die Organisatorin der 6. Internationalen Tanzwoche Nettersheim, Doris Neff, ein wahrer Glücksfall. Denn der junge, überaus talentierte Choreograph bringt den jungen Tänzern nicht nur skills bei, sondern auch die richtige Haltung: “Auch wenn der Boden einbricht, tanzt ihr weiter Hip Hop!” Irgendwie logisch, dass Pasha mit seiner Mischung aus Herzlichkeit und Können gut ankommt.

 

Pasha Darouiche und seine Hip Hop Kids
Der Auftritt der Hip Hop Kids

Für die Bereiche Modern Dance und Choreographie hat Doris Neff einen erfahrenen Mann aus Süddeutschland geholt, der sich nicht nur in  L.A., sondern auch im deutschen TV einen Namen gemacht hat: Selatin Kara. Selatin war bereits Choreograph  von “Alles, was zählt”, “DSDS” und dem Teen-Musical “Rock It” – und zeigt den Teilnehmern der Tanzwoche Nettersheim, dass Tanzen mehr ist als nur Technik.

 

Selatin Kara setzt auf präzise Choreographie

Auch die übrigen, hochkarätigen Dozenten der Tanzwoche Nettersheim, die fünf Tage lang fleißig Workshops geben, stehen ihren Schülern sowohl während des Unterrichts als auch abseits der Bühne mit Rat und Tat zur Seite. So findet im Anschluss an eine Dozenten-Gala, auf der die Lehrer einen Einblick in ihr Können geben, eine Fragestunde statt. Auf der Bühne: die Ballett-Profis Alexander Teutscher, Cristina Voce und Tim Neff, Musicaldarstellerin Kathrin Koll, Pasha Darouiche und die junge Handstand-Artistin Chantalia (hier könnt ihr ihre spektakuläre 007-Performance noch einmal anschauen). Die Teilnehmer wollen alles von den Profis wissen: Ob sie Heimweh während der Ausbildung fernab des Elternhauses hatten. Ob sie täglich üben müssen. Ob es an der Staatliche Ballettschule Berlin auch Ballett-Tänzerinnen mit abstehenden Ohren gibt. Dreimal Ja!

Neben Ballett für alle Altersklassen, Modern Dance, Hip Hop und Musical können die Teilnehmer der Tanzwoche auch Klassen in Jazz Dance und Step Tanz, in Gesang und Cajon belegen. Und das tun sie auch: Teilweise haben sich die Tänzerinnen und Tänzer in bis zu sieben Kurse pro Tag eingeschrieben. Erstmals in diesem Jahr dabei: Yoga! Teens, Kids und eine Eltern-Kind-Yoga-Gruppe darf ich unterrichten und hatte mich im Vorfeld bereits auf eher restorative Klassen eingestellt. Die Teilnehmer genießen je nach Altersklasse kräftigende, hauptsächlich jedoch entspannende Übungen sowie – angelehnt an das Tanzprogramm – viel Fokus auf erdenden und gleichzeitig sanften Fußübungen.

Eltern-Kind-Yoga auf der Tanzwoche

 

Pompons sind perfekt für kleine Greifübungen der Füße

Ziemlich klasse fanden die Teilnehmer das große Angebot. Und wer Lust auf Tanzen hat, muss nicht bis zur 7. Tanzwoche in 2018 warten: Schon Pfingsten, 3. – 5. Juni, veranstaltet die Tanzoffensive Berlin ihre Pfingst-Tanz-Tage. See u there!

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