Musik fürs Kinderyoga: Meine persönlichen Empfehlungen

Musik fürs Kinderyoga? Kein Problem!

Als Musikredakteurin UND Kinderyogalehrerin bekomme ich oft auf Weiterbildungen im Bereich Kinderyoga zu hören: “Du hast es ja leicht, schöne Musik für deine Klassen auszusuchen”. Natürlich sitzt man als Musikredakteurin quasi an der Quelle. Und auch die Nähe zur Zielgruppe (bei VIVA sind es 12-Jährige und aufwärts) hilft natürlich, den musikalischen Zugang besonders auch in Teen-Yoga-Klassen zu finden. (Wenn auch One Direction oder Justin Bieber nicht ganz adäquat sind für die Asanapraxis 🙂

Dennoch bin ich der Meinung: Jeder, der gern Musik hört, kann auch die passende Musik fürs Kinderyoga zusammenstellen. Oftmals ist es nur ein Sichtrauen, auch einmal Musik einzusetzen, die nicht so naheliegend ist. Denn es muss nicht Enya oder Andreas Vollenweider sein, um eine Entspannungsphase einzuleiten. Ich persönlich finde das meiste, was unter “Entspannungsmusik/Wellness/New Age/Meditation” auf dem Markt ist, eher gruselig: billig produzierte Synthesizer-Sounds. Nein, Danke! Auch bei der Auswahl von Musik für Kinderyogastunden kann man schließlich auf Lebendigkeit, ethisches Handeln und gute Herstellung achten.

 

Lachen und Bewegung beim Kinderyoga Credit: Gersin Livia Paya
Lachen und Bewegung beim Kinderyoga
Credit: Gersin Livia Paya

Hier kommen meine persönlichen Favoriten an Musik fürs Kinderyoga:

Kinderkurse

  • Minimusica: Tolle handgemachte, mit Kindern eingespielte Musik aus Barcelona. Drei Alben, drei Themen: Essen, Transport, Tiere. Schöne Kindermusik, die hierzulande noch sehr unbekannt ist. In Spanien erfreut sich das Musikpädagogik-Projekt Minimusica durch zahlreiche Konzerte und Mitmachaktionen großer Beliebtheit. Hier gibt es mehr Infos und hier kann man die CDs mit den tollen Booklets bestellen.
  • Mai Cocopelli: Die Österreicher Liedermacherin ist längst kein Geheimtipp mehr. Und das ist auch gut so: Ihre CD “Der kleine Yogi” verströmt nicht nur einen wunderbaren Spirit, sondern besticht auch durch tolle yogische Lieder und Geschichten. “Einmal Weltraum und zurück” in alle Sternen-Reisen einbauen! Mittlerweile ist ja auch das Nachfolgewerk des kleinen Yogi auf dem Markt. Hier lest Ihr meinen Artikel zu Mai Cocopellis neuester Musik.
  • KiYoMaMu: Eine zauberhafte Reise zu den Ozeanen, auf Wiesen und zu den Indianern verspricht die CD “KiYoMaMu – KinderYogaMantraMusik”. Philipp Stegmüller und die Münchener Kinderyogalehrerin Leila Oostendorp haben sich für dieses Projekt zusammengetan. Mantras für die Kleinsten, achtsam und lebendig – und ein schönes Booklet, das die gesungenen Yogahaltungen noch einmal erklärt. Erhältlich bei Amazon, mehr Infos via der KiYoMaMu-Facebook-Seite.
  • Zum Aufwärmen prima:  “Sternschnuppe – Tiger Rap & Gummi-Twist” (Kindergeburtstagslieder), “Klatsch Klatsch Stampf Stamp” von DD Company, Circus-Yoga aus dem Circus Roncalli von Georg Pommer, afrikanische Rhythmen vom Balafon Marimba Ensemble (hier die CD “Harare to Kishgahi”), ausgewählte Kinderlieder-Klassiker des Grips-Theater (“Wir werden immer größer”, “Ich kann pfeifen”)
  • Zum Entspannen perfekt: Echoes of Nature (Naturklänge, die dann passend zum Stundenbild gewählt werden können), Erik Berglund “Harp Music for Children”, Mantras von Snatam Kaur (“feeling good today!” – Mantras for Children), Janin Devi und Deva Premal (“Om Namo Narayanaya”), “Lokah Samastah Sukino Bavantu” von Janin Devi, Aeoliah – The Other Side of The Rainbow, Klaviermusik von Eric Satie, Kevin James “Asatoma”
  • Der absolute Hit zurzeit: Try everything” aus dem Soundtrack zu “Zoomania” – der Film (für Stopp-Tanz).

Teen-Kurse

  • Instrumental: “Claire de June” aus Twilight, Musik von Nick Cave & Warren Ellis aus The Assassination of Jesse James, Bodhi Chakra – Chakra Awakening von Energi
  • Mantras: alles von MC Yogi und Nadaji, Krishna Das
  • geeignete Popsongs: “Hallelujah” von Rufus Wainwright, “Breathe” von Anna Nalick (danke an Hanna von Littleyogi Wien!), “Get lucky” von Daft Punk, “Krieger des Lichts” von Silbermond, “Pendel” von Yvonne Catterfeld, “Cosmic Love” aus dem MTV Unplugged von Florence + The Machine“The Man With The Child In His Eyes” von Kate Bush, “Happy” von Pharrell Williams, “I Follow Rivers” von Triggerfinger /Lykke Li zum Aufwärmen, “Gebet an den Planet” von Thomas D., “Just Breathe” von Pearl Jam, “Beautiful” von Christina Aguilera
  • Zauberhaft: “Vuoi Vuoi Me” und “My friend of angel tribe” sowie “In the hand of the night” der Samländischen Schamanin und Sängerin Mari Boine (Alle Titel auf dem Album IDJAGIEDAS)
  • I love Dead Can Dance! Zum Ausprobieren (Aufwärmen/Tanzen) “Rakim”, “Don’t Fade Away”

Generell ist es am besten, wenn man einfach ausprobiert, welche Musik bei den Kindern/Teens gut ankommt und welche nicht. Ein Song, den die Kids nicht mögen, ist kein Beinbruch: Dann bleibt er beim nächsten Mal zuhause. Perfekt ist auch, die Kinder/Teens zu bitten, passende Musik für den Yogaunterricht mitzubringen. Das gelingt bei den Größeren sicher eher als bei Kleinen, die eher ihre derzeitigen Lieblingssongs hören wollen.

Ein Wort noch zur Technik: Natürlich kann man sich nicht alle CDs mit Kinderyoga-Musik kaufen. Und gerade wenn man mobil an verschiedenen Orten und in verschiedenen Einrichtungen Yogaunterricht gibt, ist es wichtig, mit wenig Ausrüstung anzureisen. Ein prall gefüllter CD-Pack ist da eher störend. Ich mache es daher so: Über den Streaming-Dienst von Spotify hat man Zugriff auf Millionen von Songs. Ein wahres Paradies für Musiknerds – welches ich mir mit einem Premium-Abo zu knapp 10 Euro im Monat leiste. Es geht auch billiger (dann aber mit Werbung und eingeschränktem Zugriff). Natürlich geht es auch über Itunes, aber das ist weitaus kostspieliger…

Auf seinem Handy oder Tablet-Pc kann man sich über Spotify so unzählige Playlisten anlegen, einzelne Songs aus Alben picken oder ganze Alben streamen. Diese sind je nach Abonnement auch ohne Internet-Verbindung verfügbar, also zum Beispiel beim Kinderyoga im Kindergarten. Dort spiele ich die ausgesuchte Musik dann übers Handy oder Ipad ab. Zusätzlich habe ich mir noch einen kleinen Bluetooth-Lautsprecher angeschafft, damit die nötige Lautstärke erreicht wird. Auch das ist problemlos und ohne Technik-Verständnis machbar: Einfach eine Bluetooth-Verbindung zwischen dem Mobilen Gerät (z.B. Handy) und dem Lautsprecher schaffen und los gehts!

Eine kleine Übersicht über Bluetooth-Lautsprecher gibt es hier (Ich benutze den von rapoo).