5 Gründe, warum ein Haustausch ideal für den Familienurlaub ist

Berlin, die Urlaubszeit naht! Und mit ihr die Stadtflucht. Ab ans Meer, in die Provence oder in die Berge. Wir jedenfalls müssen raus aus der Großstadt. Wie gut, dass es Haustausch gibt. Natürlich sind wir als Berliner ziemlich privilegiert, was das Orts-Ranking angeht – und finden womöglich leichter einen internationalen Tauschpartner. Aber auch wir schauen gern nach kleineren Regionen abseits der großen Sehenswürdigkeiten. Eine Familie in der Peripherie von Aachen hat sicher gute Chancen, mit Haustausch die Welt zu entdecken!

In Sachen Haus tauschen sind wir Überzeugungstäter. Schon seit einigen Jahren sparen wir uns das Geld fürs Hotel oder Ferienhaus und ziehen stattdessen in den Sommerferien in die Wohnung/das Haus einer uns unbekannten Familie. Wir machen uns breit in Wohnzimmern und hängen unsere Kleider mit in den Schrank der fremden Hausbewohner, während unsere Tochter das Spielzeug der resident kids inspiziert. Den Schlüssel zur Haustausch-Unterkunft bekommen wir meist von einer freundlichen Nachbarsfamilie oder einem Verwandten, der uns auch gleich in die wichtigsten Dinge der geliehenen Wohnung einweist. Haben wir dann alles ausgepackt, schauen wir uns im jeweiligen, liebevoll von unserer Gastfamilie zusammengestellten Haus-Ordner an, was es in unserer Ferienregion zu entdecken gibt.

 

Image courtesy of Gualberto107 at FreeDigitalPhotos.net
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Haustausch – einige Basics

Bisher haben wir tolle Erfahrungen mit dem Tauschen über das Portal Haustauschferien.com gemacht. Auch wenn es viele bei der Vorstellung gruselt, einer unbekannten Familie den Schlüssel zur eigenen Wohnung zu hinterlegen: Unsere Einstellung ist offen und positiv und es ist eher eine Art stolze Vorfreude, den übergangsweise einziehenden Menschen die eigene Bude so fein wie möglich zu präsentieren. Wohlwollend eingestellt sollte man also schon sein, naiv dagegen muss sich niemand fühlen: Einem Haustausch geht zumeist eine Vielzahl an Emails, Skype-Calls oder Telefonaten voraus. Klar, man will den anderen sehen, der zwei Wochen im eigenen Bett schlafen wird. Und spätestens bei der Kontaktaufnahme entscheidet das innere Bauchgefühl, ob der Haustauschpartner in spe genauso offen, zuverlässig und vertrauenswürdig zu sein scheint, wie man selbst. Für meinen Mann ist das eine klare Kiste, nämlich Vertrauen auf gegenseitiger Basis. Denn wer glaubt ernsthaft daran, dass “die Spanier” einem die Bude ausräumen, nachdem man bereits mehrmals mit ihnen via Skype gelacht hat, und sie nicht nur ihre Adresse, sondern auch die ihrer drei Schwestern und zwei Nachbarn (für den Notfall) gesandt haben? Wer 100% auf Nummer Sicher gehen will, packt sein allerwertvollstes Hab und Gut und stellt es während des Haustauschs beim Nachbarn unter. So haben wir es beim allerersten Tausch gehandhabt – mittlerweile lassen wir es. Das wertvollste Hab und Gut – mein Kind und mein Mann, ja, und dann auch mein MacBook Air – nehme ich eh mit auf Reisen. Und unsere beiden süßen Katzen, die quasi Bestandteil des Tausches sind und daheim bleiben, wurden bisher bestens umsorgt und gepflegt.

 

5 Gründe, warum Hautausch ideal für Familien ist

  1. Individualität statt Kontinentalfrühstück und All-inclusive Es liegt auf der Hand: Während andere sich im Hotelzimmer quetschen oder eine ziemlich freche Stange Geld für das Ferienhaus in der Bretagne oder an der Algarve blechen, schauen wir uns mit Inbrunst im neuen Heim um. Natürlich haben wir schon eine Vorstellung davon, wie “unsere” Ferienunterkunft aussehen wird. Dafür sorgten die Fotos des Listings auf dem Tauschportal. Und dennoch: In unserem Domizil werden wir plötzlich zum Entdecker: Es gibt spannende, neue Literatur, unbekannte Musik und einen Ausblick von Terrasse/Balkon/Fenster, der sich 100% local anfühlt. Wir sitzen auf der fremden Couch und stellen uns vor, wie es sich wohl anfühlt, hier für immer zu wohnen. Statt abgezähltem Geschirr treffen wir auf voll eingerichtete Küchen und weiteres, nützliches Equipment. Gerade für Familien mit kleinen Kindern ist es ideal, wenn auch ihre Partner Nachwuchs in ähnlichem Alter haben und Hochstuhl, Wickelkommode und Co. schon vorhanden sind. Ähnlich finden auch Katzenfreunde international zusammen. Oder Wander-Fans, Rotweinkenner, Yogalover. Und manchmal gibt es sogar einen eigenen Pool – immer aber eine Waschmaschine!
  2. Echte Insider-Tipps garantiert Wo ist eigentlich der nächste Spielplatz? Welcher Bäcker ist zu empfehlen? Welches Restaurant ist kinderfreundlich? Was muss man hier unbedingt gesehen haben? Meist stehen die Tipps, die uns unsere Haustauschpartner geben, in keinem Reiseführer. Geht auch gar nicht, denn diese Tipps sind unschlagbar individuell. Und so speisen wir in Amsterdam oder Montreal in kleinen Restaurants, die wir ohne unsere Gastfamilie sicher nicht entdeckt hätten. Oftmals liegen in unserer Unterkunft auch Tickets für Bus und Bahn bereit, so dass wir gleich auf den vorgeschlagenen Routen loslegen können.
  3. Offen sein, flexibel bleiben – sich auf Neues einlassen Wer via Haustausch Urlaub macht, sollte sich bewusst sein: Ein wenig Abenteuer bleibt. Wenn man von vorne herein nicht so riesige Erwartungen hat, bleiben die Enttäuschungen aus. So wohnen die meisten Menschen nicht in erster Strandreihe, sondern eher in ganz normalen Wohnungen ohne Meerblick und Balkon mit Aussicht. Und es kann sein, dass die Wohnung auch ganz normale Makel besitzt. Vielleicht läuft die Toilettenspülung nicht so reibungslos wie daheim. Oder die Waschmaschine hat auch schon bessere Tage gesehen (das trifft zumindest auf unsere zu). Dafür bekommen die Kinder einen guten Eindruck vom Leben im anderen Land. Und manchmal auch die Erkenntnis, das man zuhause ganz schön viel Spielzeug hat. Ist die Pflege von Tieren im Tausch inbegriffen, haben wir auch schon richtige Tierkrimis erlebt: In Montreal retteten wir der chronisch kranken Katze nach einem Zuckerschock mal eben das Leben…
  4. Das gesparte Geld für die Unterkunft in Money-Can’t-Buy-Moments investieren Wir zahlen für den Haustausch nur eine jährliche Pauschale ans Portal, mehr nicht. Und so sparen wir feines Geld. Wer weiß, ob wir uns ansonsten einen dreiwöchigen Urlaub in Vancouver und Umgebung hätten leisten können. Mit Haustausch sind größere Sprünge möglich. Oder echte Abenteuer für die ganze Familie: Unvergessen ist unsere Waltour am Sankt-Lorenz-Strom während unseres Montreal-Tauschs.
  5. Die Tauschfamilie kommt: Zeit, die eigene Wohnung mit anderen Augen zu sehen Es hört sich vielleicht verrückt an, aber spätestens einige Tage, bevor der Haustausch ansteht, werden wir zu Putzteufeln. Besonders Ecken, die sonst gern in Vergessenheit geraten, werden dann beäugt. Wir waschen durch die Schränke, sammeln die Flusen unterm Bett auf und putzen endlich einmal die Fenster. Zugegeben, alles nicht unsere Lieblingstätigkeiten, doch sind diese unliebsamen Aufgaben eigentlich stets überfällig. Und jetzt, wo wir einen guten Eindruck bei den netten Holländern/Schweizern/Kanadiern hinterlassen wollen, tut es einfach gut. Außerdem wandelt der bevorstehende Haustausch die Perspektive. Wir gehen durch die Wohnung und sehen sie mit den Augen der fremden Besucher. Wäre es nicht schöner, den Tisch dort drüben hinzustellen? Wollen wir nicht einmal etwas gegen die stets überfüllte Garderobe unternehmen? Und jetzt, wo wir Platz im Schrank schaffen müssen, melden wir uns endlich zum nächsten Flohmarkt an!

 

Euch allen eine schöne Ferienzeit!

 

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